Historisch
 
Der Banshee war der erste echte 2D/3D Chip aus dem Hause 3dfx und kam im August 1998 auf dem Markt. Der vorher erschienene Voodoo Rush war eine Kombination aus einem leicht abwandelten Voodoo Graphics, sowie einem 3rd Party 2D Chip, die sich auf einer Karte befanden. Der Rush war mehr oder weniger eine Totgeburt, da viele Spiele Probleme machten oder schlicht und einfach langsamer liefen als auf dem "Vorgänger" Voodoo Graphics. Zudem war die 2D Darstellungsqualität u.a. aufgrund des niedrigenden RAMDAC Takts äußerst mies, sodass die Karte keine echte Stärke, dafür aber umso mehr Schwächen hatte.

Diesen Fehler wollte 3dfx kein zweites Mal begehen, und so spendierte man dem Banshee einen der schnellsten 2D Kerne am Markt. Es wurden alle Windows GDI Funktionen in Hardware realisiert, sodass keine Software durch "Übersetzung" bremsen konnte. Durch einen 128 Bit 2D Kern, der den VESA VBE 3.0 Spezifikationen entspricht, wurde der Banshee zudem zur schnellsten DOS Spiele-Plattform (oder wie 3dfx es ausdrückte: "DOS speed beyond belief"), was vor allem wichtig für Liebhaber alter Spieleperlen wie z.B. Duke Nukem 3D war. Die 2D Signalqualität konnte sogar dem Primus in dieser Kategorie, Matrox, das Wasser reichen.

Die 3D Performance lag in den meisten Fällen etwas hinter der einer einzelnen Voodoo 2. In Spielen, die keinen Gebrauch von Multitexturing machten, war der Banshee sogar etwas schneller als eine Voodoo 2. 3dfx hatte den Banshee nie als Thronfolger für die Voodoo 2 propagiert, allerdings war trotzdem von Anfang an eine gewisse negative Grundstimmung seitens der Spielerschaft gegen den Banshee vorhanden, da man bei einem Nachfolger eines schnellen 3D Chips damals einfach eine höhere Performance erwartete. Zu dieser Zeit war es noch nicht üblich, erst den High Performance Chip auf den Markt zu bringen (wie es ja aktuell Gang und Gebe ist) und dann ein etwas langsameres Derivat dieser Technik auf den Markt zu bringen. Aber genau das war der Banshee. Eine Excellente 2D Lösung mit genügend Leistung zum Spielen, bei maximaler Spielekompatibilität. Preislich war der Chip beim Release entsprechend mit ca. 300DM im mittleren Segment angeordnet.

Die Konkurrenz dieser Tage waren der Riva TNT von nVidia, der G200 von Matrox und der Savage 3D von S3. Ernsthaft gefährden konnte den Banshee nur der TNT, der mit diversen (auf dem Papier) wichtigen Neuerungen + Features (v.a. 32Bit Rendering) auf Kundenjagd ging. Auch die Performance war mehr als nur konkurrenzfähig. Der G200 war schon etwas länger auf dem Markt, hatte aber schon gegen den Voodoo 2 nicht den Hauch einer Chance. Zudem hatte er praktisch keine OpenGL Unterstützung, so half ihm auch seine gute Bildqualität nichts. Der Savage 3D war kein schlechter Chip und war aufgrund der neuen S3TC Texturkompressionstechnik teilweise sogar sehr schnell. Doch schlechte Treiber und schlechte Produktionsausbeute ließen den Chip floppen.

Trotz der Skepsis in der Spielerschaft und dem starken TNT von nVidia verkaufte sich der Banshee bis Dezember '98 bereits 1 Mio. mal und wurde vor allem im OEM Markt ein Erfolg.
 
   
 
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